Molded Mirror‚ LHI, 2009
Nobert Schulz, art matters
Wenn man einen Fotograf bittet, eine Raumgestaltung zu entwickeln, so wird man überrascht sein, wenn sein Entwurf keine Fotos vorsieht, sondern Spiegelflächen! Wohl niemand erwartete einen derartigen Vorschlag, als Hubertus Hamm seine Ideen für das Atrium der LHI GmbH vorstellte: Er wollte 15 Meter hohe geformte Edelstahlpaneele an den Wänden installieren, die nicht bedruckt oder farbig gestaltet waren, sondern lediglich reflektieren. "Transformationen" sollte das Projekt in diesem Stadium heißen und trotz - oder gerade wegen - der unerwarteten Konzeption konnte sich Hubertus Hamms Entwurf bei der Jury durchsetzen. Diese Entscheidung war sicher ein Wagnis, denn letztendlich konnte niemand wirklich sagen, wie das Ganze tatsächlich aussehen wird. Die Wirkung von 12 Meter hohen komplex geformten Spiegelflächen in einem Raum läßt sich weder simulieren noch erahnen. Und etwas vergleichbares gab es noch nirgends zu sehen. Jeder war auf das Ergebnis gespannt. Aber wie kommt ein Fotograf überhaupt auf die Idee, das Bild offen zu lassen, was wir sehen werden? Spiegelflächen zeigen uns nie ein fertiges Bild! Und ist es nicht gerade die Aufgabe des Fotografen uns das zu liefern, was wir als Bild erleben? Diese Stelle läßt Hubertus Hamm jedoch leer. Offenbar hat er eine völlig andere Herangehensweise, als andere Fotografen.